Gesellschaftswissenschaften

Geschichte

„Der Geschichtsunterricht ermöglicht Schülerinnen und Schülern sich mit den politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnissen, die das Leben der Menschen in der Vergangenheit bestimmt haben, zu beschäftigen. So können die Heranwachsenden sich darüber klar werden, dass der Mensch und die ihn umgebende Welt nur aus der Geschichte heraus zu erklären und zu begreifen sind. Durch die historische Bildung wird die Kompetenz erworben, die geschichtliche Begründung der menschlichen Existenz zu erkennen. Die Beschäftigung mit Geschichte bedeutet, vergangene Zeiten zu rekonstruieren und die bestehenden Zustände auf die Bedingungen ihres Werdens zurückzuführen. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich die Standort- und Zeitgebundenheit des Lebens und Denkens bewusst machen, sich mit alternativen Handlungsmöglichkeiten in der Geschichte auseinander setzen, Perspektiven gewinnen, ihre Urteilsfähigkeit schulen und ihre Zukunft gestalten lernen.

Dies soll den Geist der Toleranz und Offenheit sowie die Einsicht in den Wert einer pluralistischen und demokratischen Gesellschaftsordnung fördern. Hohe Bedeutung kommt hierbei der Herausbildung der europäischen Identität zu, ihr soll bei der Behandlung aller historischen Epochen besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden.

Der Geschichtsunterricht regt zu selbstständigem Denken und Handeln an. Er ist aber nicht nur Arbeits- und Denkunterricht, sondern ermöglicht auch emotionale Zugänge.“

(Bildungsplan 2004, S. 216)

                                                                                         

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Fächerverbund Geographie-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde

„Die wachsende Komplexität unserer heutigen Welt bedarf einer über die Fachsystematiken hinausgehenden ganzheitlichen Betrachtungsweise. Daher ist es Aufgabe der Schule, Schülerinnen und Schülern ein zunehmend vernetztes Denken zu vermitteln. Das Arbeiten in Fächerverbünden wird dieser Forderung gerecht. [...]

Der Fächerverbund Geographie-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde (GWG) am Gymnasium hat [...] das Ziel, fachorientiert-systematisches und fächerübergreifend-integratives Lernen in einer angemessenen Gewichtung zu kombinieren. Grundlegende gemeinsame Ziele des Fächerverbunds sind die Vermittlung von

  • Kenntnissen und Fertigkeiten, die zum Verständnis gesellschaftlicher Strukturen und Prozesse in der Einen Welt notwendig sind;
  • Fähigkeiten, um selbstständige und begründete Beurteilungen individueller und gesellschaftlicher Entscheidungssituationen und Problemlagen vornehmen zu können;
  • Fähigkeiten, um in bestimmten Lebenssituationen individuelle Entscheidungen in sozialer Verantwortung und unter Aspekten der Nachhaltigkeit treffen und umsetzen zu können;
  • Fähigkeiten, gesellschaftliche, politische, geographische und wirtschaftliche Sachverhalte in ihren wechselseitigen Abhängigkeiten verstehen und beurteilen zu können.

Dabei vermittelt die Geographie raumbezogene Handlungskompetenzen im Sinne eines ganzheitlichen Verständnisses von Lebensräumen, die Gemeinschaftskunde politische und soziale Handlungskompetenz mit dem Ziel des politisch mündigen Bürgers in der Demokratie. Geographie und Gemeinschaftskunde vermitteln gemeinsam ökonomische Handlungskompetenz mit dem Ziel des mündigen Wirtschaftbürgers, der in der Lage ist, ökonomische Situationen und Problemstellungen zu bewältigen.“

(Bildungsplan 2004, S. 234)

                                                                                         

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Evangelische Religionslehre

„Der evangelische Religionsunterricht fördert religiöse Bildung und leistet damit einen eigenständigen und unverzichtbaren Beitrag zum allgemeinen Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule. Der evangelische Religionsunterricht ist offen für Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Überzeugungen. Er leistet dadurch einen Beitrag zur Verständigung in der Pluralität. Der evangelische Religionsunterricht zielt auf überprüfbare Kompetenzen und Inhalte, wobei sich der Glaube selbst einer Überprüfung entzieht. [...]

Der evangelische Religionsunterricht begleitet Kinder und Jugendliche bei ihrer Suche nach Orientierung und Lebenssinn. Er stellt auf altersgemäße Weise den Zusammenhang von Glauben und Leben dar. [...] Der evangelische Religionsunterricht nimmt Kinder und Jugendliche mit ihren Lebensfragen, Sorgen, Ängsten, Erwartungen und Hoffnungen ernst. [...] Der evangelische Religionsunterricht öffnet den Blick für die christliche Prägung unserer Kultur und führt elementar in die biblisch-christliche Tradition ein. [...] Der evangelische Religionsunterricht dient in Dialog und Auseinandersetzung mit anderen Sinn- und Wertangeboten dem kulturellen Verstehen und der Gestaltung des gesellschaftlichen Miteinanders.“

(Bildungsplan 2004, S. 24-25)

Katholische Religionslehre

„Im Rahmen eines ganzheitlichen Bildungs- und Erziehungsauftrags der Schule leistet der katholische Religionsunterricht einen eigenständigen Beitrag. Sein Proprium ist, die Frage nach Gott zu stellen und sie aus der Erfahrung der kirchlichen Glaubenstradition zu erschließen – so schwierig das heute bei einer heterogenen Einstellung der Schülerinnen und Schüler auch sein mag.

Der katholische Religionsunterricht erschließt die religiöse Dimension des Menschseins. Das bedeutet unter anderem: Er macht Schülerinnen und Schüler mit ihrer eigenen Religion und Konfession vertraut, begleitet junge Menschen auf der Suche nach dem eigenen Lebenssinn und unterstützt sie ihre Identität zu finden; er thematisiert Religion als prägenden Bestandteil unserer Gesellschaft und Geschichte; er trägt dazu bei, anderen Religionen und Kulturen achtsam zu begegnen, und verhilft zu einem ethisch verantwortungsvollen Handeln.

Der katholische Religionsunterricht versteht sich als Dienst an den Schülerinnen und Schülern, greift die Lebenssituation junger Menschen auf und gibt Hilfen, sie aus der Botschaft des christlichen Glaubens zu deuten. Er erschließt menschliche Grunderfahrungen wie Angenommensein und Bejahung, Geborgenheit und Vertrauen, Freundschaft und Liebe, Freude und Hoffnung, Arbeit und Freizeit, aber auch Versagen und Schuld, Leid und Enttäuschung, Angst und Not, Krankheit und Tod.“

(Bildungsplan 2004, S. 38)

Ethik

„Vorstellungen davon, was konkret als gut und als böse zu betrachten und wie in bestimmten Situationen jeweils zu handeln sei, konstituieren Moral. Dieser Begriff bezeichnet zunächst einmal die Normen, die ein Individuum beziehungsweise eine ganze Gruppe von Menschen als für sich bindend erachtet. Ethik ist die theoretische Beschäftigung mit Moral. Dabei versteht sie sich vor allem als normative Disziplin, das heißt sie sieht ihre Hauptaufgabe in der Begründung von Urteilen über die Richtigkeit von Handlungen beziehungsweise Handlungsnormen. Ihr Gegenstand ist die kritische Sichtung und Begründung von bestehenden Moralvorstellungen und der Entwurf von normativen Lösungen für neue moralische Problemstellungen. Ethik beziehungsweise ethisch unterscheidet sich somit als Metaebene von Moral beziehungsweise moralisch. Beide Ebenen sind für den Ethikunterricht konstitutiv.

Die Bildungsstandards Ethik berücksichtigen in allen Klassen einerseits das Anforderungsniveau der wissenschaftlichen und argumentativen Auseinandersetzung mit Fragen der Moral. Andererseits orientieren sie sich an den Problemfeldern, in denen Fragen der Wertklärung und Wertbeurteilung, Normenbegründung und -durchsetzung überhaupt erst entstehen. Gegenwärtige und zukünftige Herausforderungen und Aufgaben werden im Wesentlichen bestimmt durch

  • die Einsicht in den Wert freier individueller Lebensgestaltung;
  • die Bestimmung und Begründung von universell verbindlichen Grund- und Menschenrechten, auf denen unsere Demokratie aufbaut, sowie die Untersuchung ihrer Gefährdungen und Ausgestaltungsmöglichkeiten;
  • die Einsicht in den Wert der natürlichen Lebensgrundlagen und ihrer Erhaltung;
  • die Einsicht in Chancen und Risiken, die in der Veränderung der wirtschaftlichen, technischen und sozialen Lebensbedingungen liegen, und die Abschätzung ihrer Folgen für die Gestaltung unserer Lebensverhältnisse.“

(Bildungsplan 2004, S. 62)

                                                                                         

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